Mittlerer Dienst

Die meisten Beamten in Deutschland gehören dem so genannten mittleren Dienst an. Dabei handelt es sich um eine Laufbahngruppe im deutschen Beamtenrecht: Der mittlere Dienst ist oberhalb des einfachen und unterhalb des gehobenen und höheren Dienstes angesiedelt. Beamte des mittleren Dienstes sind in Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden beschäftigt. Hier arbeiten sie beispielsweise als Sachbearbeiter in der Steuer-, Finanz-, Justiz-, Zoll- oder Sozialverwaltung, sowie in Archiven, Bibliotheken und technischen Ämtern. Auch viele Polizeibeamte und Berufs-Feuerwehrleute gehören dem mittleren Dienst an.

Wer Leistung bringt, kann auch Leitungsfunktionen übernehmen

Vorraussetzung für die Einstellung in den mittleren Dienst ist die mittlere Reife oder ein Hauptschul-Abschluss und eine abgeschlossene Berufs-Ausbildung. Bei besonderer Eignung können Beamte des mittleren Dienstes Leitungsfunktionen in ihrer Dienststelle übernehmen. Auch ein Aufstieg in den gehobenen Dienst ist bei besonders guten Leistungen möglich.
Um als Beamter eingestellt zu werden, müssen zudem bestimmte persönliche Vorraussetzungen erfüllt werden. Dabei gilt: Wer vorbestraft ist oder aufgrund von körperlichen Vorraussetzungen möglicherweise frühzeitig dienstunfähig werden könnte, hat keine Aussichten auf die Verbeamtung. Für Schwerbehinderte gilt eine Sonderregelung. Zudem werden ausschließlich EU-Bürger verbeamtet.

Verbeamtung auf Lebenszeit nach vier bis viereinhalb Jahren

Die Ausbildung der Beamten nennt sich Vorbereitungsdienst und dauert im mittleren Dienst je nach Ort und angestrebter Fachrichtung zwei bis zweieinhalb Jahre. Die Anwärter werden sowohl praktisch beim Dienstherren als auch theoretisch in Blockseminaren auf ihre späteren Aufgaben vorbereitet. Wer die Laufbahnprüfung am Ende der Ausbildung besteht, wird Beamter auf Probe - bewährt er sich in den folgenden zwei Jahren, erfolgt die Verbeamtung auf Lebenszeit.
Beamte des mittleren Dienstes können beim Bund, bei den Ländern oder bei einer Kommune angestellt sein. Die Unterscheidung ist nicht nur mit Blick auf die angestrebte Tätigkeit (Zollbeamte sind zum Beispiel immer Bundesbeamte) von Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf die inzwischen verschiedenen Besoldungs-Ordnungen.

Immer beliebter: Jobs im öffentlichen Dienst

Jobs im öffentlichen Dienst sind gefragt. Die Chancen für angehende Beamte des mittleren Dienstes sind je nach angestrebter Tätigkeit und je nach Bundesland oder Kommune unterschiedlich. Viele Aufgaben im öffentlichen Dienst werden heute von Angestellten übernommen. Einige öffentliche Verwaltungen stellen Beamte nur noch ab dem gehobenen Dienst ein.
Beamte des mittleren Dienstes werden den Besoldungsgruppen A 6 bis A 9 zugeordnet. Theoretisch fällt auch A 5 in den Bereich des mittleren Dienstes. Allerdings wird diese Besoldungsgruppe für Beamte des mittleren Dienstes kaum mehr angewandt. Beamte erhalten zunächst alle zwei, danach alle drei und später alle vier Jahre mehr Gehalt. Die Beträge sind je nach Bundesland und auch für Bundesbeamte verschieden.

Kategorie: Laufbahngruppen der Beamten

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